Dieser Beitrag ist für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet

Hallöchen Raketen :)

Als uns vor einer Weile zwei Freunde fragten, ob wir Erschrecker auf einer Nachtwanderung im Ferienlager spielen wollen, war ich am Anfang doch recht überrascht. Denn so eine Einladung bekommt man ja nicht jeden Tag.

Unsere Freunde arbeiten bei der WBG Kontakt. Und weil es in diesem Unternehmen nicht nur diese zwei netten Menschen gibt, sondern noch mehr, hat die Kontakt in Verbindug mit dem Jugend- und Altenhilfeverein e.V.dieses schöne Projekt ins Leben gerufen. 

Das fanden wir total super und wollten gern Teil dieser schönen Aktion werden und den Kindern einen tollen Abend bereiten. Ob sie das dann auch so empfunden haben, finden wir nun heraus.

Im Vorfeld wurde eine Geschichte zu der Nachtwanderung verfasst. Die Halloweenkisten im Keller wurden durchsucht um alle passenden Requvisiten zu finden. Verschiedene Klappboxen wurden gepackt, damit an jeder Station im Wald die passenden Utensilien vorhanden waren. Scheinwerfer wurden besorgt. Es wurde sich aufs Schärfste verkleidet und geschminkt. Gruselige Musik wurde gedownloaded. Walky-Talkys wurden miteinander verknüpft und vieles, vieles mehr. Als nach mehreren Tagen die Vorbereitungen abgeschlossen waren, ging es endlich los.

Mittwoch. 15 Uhr. Chaos im Bad. Warum? Was tut Sophie da? Und warum zum Teufel hat die grüne Augenbrauen?

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Wer sich seine Augenbrauen wegschminken will, muss sie zuvor mit Kleber am Kopf fixieren und danach mit grünem Concealer überschminken um die Farbe der dunklen Brauen aufzuheben.

 

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Wenn ich als Erschrecker auf eine Nachtwanderung eingeladen werde, dann nehme ich das auch durchaus sehr ernst. Also stand ich zwei Stunden im Bad und habe mich von Sophie in Elli verwandelt. Denn wir wollten nicht einfach nur im Wald hinter einem Baum hervorspringen und ‚Buh‘ rufen, sondern es sollte schon alles Hand und Fuß haben. Apropo, einzelne Hände und Füße lagen später auch noch auf dem Waldweg.

Normal erschrecken kann ja Jeder. Die Kontakt hatte sich ja schließlich Halloween-Profis eingeladen.

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Als ich fertig geschminkt war, wurden wir von unseren Freunden abgeholt und wir sind eine Stunde nach Kemberg gefahren.

Fragt nicht, wie ich bei 35 Grad unter 500 Schichten Make-up geschwitzt habe. Und ich habe mich auch nur leicht geschämt, als ich als creepy Doll 18 Uhr bei strahlendem Sonnenschein ins Auto eingestiegen bin. War echt sehr angenehm.

 

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Als wir angekommen sind, konnten wir nicht ins Camp fahren, da uns die Kinder sonst gesehen hätten. Deswegen haben wir in der Nähe die Autos abgestellt und erstmal in Ruhe gegrillt und ein bisschen Bowle getrunken.

Okay, ich geb’s ja zu. Wir haben ziemlich viel Bowle getrunken, denn wir mussten uns Mut antrinken. Denn auch wir sollten ja in den dunklen Wald. Am Anfang der Vorbeitungen hieß es noch, dass ich alleine an meiner Station bin. Am Arsch, ey.

Während die Würstchen auf dem Grill brutzelten, haben wir uns auf den Weg gemacht die Strecke vorzubereiten. Es mussten die verschiedenen Requisiten an den bestimmten Stellen aufgebaut und passend zur Geschichte inszeniert werden.

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Nach circa eineinhalb Stunden hatten wir es vollbracht. Zur Belohnung gab es Würstchen und noch mehr Mutbowle.

23 Uhr. Startschuss. Die Kinder wurden in 4 Gruppen aus ihren Zelten geholt und im 15 Minuten Takt mit jeweils einem Betreuer losgeschickt. Und wir haben an den jeweiligen Stationen auf sie gewartet.

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Es war schon halb dunkel und auch eine iPhone 5s Kamera ist dann nicht mehr sooo gut.

Da unsere Station fast am Ende war, standen wir sehr lange in dem sehr sehr dunklen Wald und haben uns ein bisschen in die Hosen gemacht. Als es dann noch im Gebüsch geraschelt hat, mussten wir nochmal an der Mutbowle nippen und eine Angstzigarette anstecken.

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Ich sehe obenrum etwas verbeult aus, da sich in meinem Kleid mehrere Rauchbomben für die Special Effects, Feuerzeuge und das Handy befanden. Als Geist darf man eben keine Handtasche haben. Hmpf.

Wenn ich mich im Wald SO gesehen hätte, wäre ich schreiend weggelaufen. Aber die Kinder waren um einiges mutiger, die hatten ja auch jemanden zum festhalten.

ICH musste ja schließlich schlurfend an ihnen vorbei allein in den dunklen Wald laufen. Da hätte ich auch mal jemanden gebraucht, der mir über’s Geisterköpfchen streichelt.

Eine Stunde später war es vollbracht. Die coolen Kids haben sich natürlich nicht gefürchtet und stattdessen ein paar coole Sprüche abgelassen (Elli wurde übrigens mehrfach nach der Handynummer gefragt und ob sie Whats App hat!), die haben wir noch ein bisschen mehr erschreckt und um die kleinen Mädchen, die sich heulend an der Erzieherin festgeklammert haben, haben wir einen großen Bogen gemacht.

Nach der Nachtwanderung sind wir nochmal ins Camp gegangen um den Kinder zu demonstrieren, dass wir eigentlich sehr nette Menschen (keine Geister!) sind. 20 Kinder kamen auf mich zugestürmt und haben mich mit Fragen gelöchert.

„Sind Sie sind jetzt eigentlich wirklich tot?“

„Darf ich Sie mal anfassen oder sind Sie wirklich ein Geist?“

„Wie genau sind Sie denn jetzt gestorben?“

„Können wir ein Selfie zusammen machen? Das glaubt mir im Hort sonst niemand.“ #meetandgreet

„Können Sie nochmal so gruselig schreien wie vorhin?“

Wenn dich 9 – 14Jährige Kinder siezen, während du gruselig geschminkt aus dem Wald kommst, sind sie entweder extrem gut erzogen oder du bist verdammt nochmal alt!

Darauf erstmal einen Schluck Beruhigungsbowle. Wofür das Zeug alles gut ist – wahnsinn. Und dann war es auch schon 2Uhr und wir haben die Heimreise angetreten. Im Auto haben wir uns alle überlegt das hauptberuflich zu machen. Man kann uns jetzt für Geburtstagsfeiern und Hochzeiten buchen.

So schlaft vantastique gut und habt keine Alpträume.

Video: Elli

(1, 2 Elli kommt vorbei… 3, 4 sie steht vor deiner Tür.) :)