Wie ich fast einen Kellner erwürgte…

Hallo Raketen :)

Es war mal wieder soweit. Datemittwoch. Wie jeden ersten Mittwoch im Monat.

Ein bisschen Routine und Beständigkeit gefällt meinem organisiersüchtigem Ich sehr gut.

Jedenfalls hat mich mein Herzmann diesmal ausgeführt und ich wusste nicht wohin es geht. Immer diese Aufregung.

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Zum Datemittwoch wird mir sogar immer die Tür aufgehalten und in den Mantel geholfen. Halleluja! Warum ist das eigentlich nicht immer so? Naja, nicht, dass ich mich noch daran gewöhne und das dann immer haben will. Obwohl – ich könnte ihm ja auch mal in den Mantel helfen. Emanzipation und so?! Ach, nööö.

Als mir also dann die Autotür aufgehalten wurde und wir in die Innenstadt gedüst sind, stand ich kurz darauf im Barthelshof. Das Restaurant ist in einer kleinen Passage am Markt versteckt. Sehr schönes Ambiente, leicht urig angehaucht – wie auch die Gäste, die bereits an ihren Tischen saßen.

Im Barthelshof werden traditionelle, regionale und deftige Gerichte serviert. Die Zutaten werden auf dem Wochenmarkt eingekauft und die Angestellten haben die Kuh, die sie später servieren, sicher auch noch über die Wiese hüpfen sehen. Zumindest male ich mir sowas gern aus. Meine Welt ist rosa.

Jedenfalls habe ich mich ein bisschen so wie in Oma’s Esszimmer gefühlt. Es riecht nach Rotkohl und Klößen, mit einem Hauch Rheumacreme und die Eckbank Eiche rustikal ist auch nicht mehr die Jüngste. Aber alles verbreitet wohlige Gemütlichkeit.

Wenn da nicht nach 10 Minuten eine ganze KFZ-Firma reingekommen wäre. Jeder hat eine Suppe bekommen und dazu ein Bier. Danach sind sie wieder gegangen. Das soll mal einer verstehen. Da scheint die Firma ja super zu laufen. Jedenfalls haben die Unruhe verbreitet. Und das gefällt mir nicht.

Zum Datemittwoch will ich meinen Freund mit Herzchen in den Augen verliebt anschauen und nicht auf die Handwerkerdekolletés am Nachbartisch!

Na egal, wir waren mit der Wahl unserer Speisen beschäftigt:

Kleiner Auszug

Wir haben uns erstmal was zum Schnabbulieren bestellt

 

Das war nach zwei Minuten weggeatmet. Für 3,50€ – halleluja.

Unsere Gläser waren leer, da der Kellner nur an uns vorbeigehetzt ist um die KFZler an den Nachbartischen zu versorgen. Ihr müsst verstehen – ich bin Einzelkind. Und ich finde es toll, wenn mir jemand das Gefühl gibt, dass ich die wichtigste Person im Raum bin. Das muss auch nicht mit enormer Anstrengung verbunden sein.

Mein Weinglas aufzufüllen reicht in so einem Moment schon vollkommen aus um mich auf seine Seite zu ziehen und dass ich Lobgesänge gröhle. Aber das wollte der Kellner nicht. Na gut, dann eben nicht. Warum auch – ist ja nicht sein Job. Muah!

Genau hinter meinem Stuhl stand die Kasse. Anscheinend war der Kellner leicht aufgebracht und haute nun mit all seiner Kraft auf die Tasten. Die Gemütlichkeit verflog immer mehr.

Als dann noch die andere Kellnerin anfing die anderen Tische neu einzudecken wollte ich gern aufstehen und gehen. Denn ratet mal wo der Besteckkasten stand?! Richtig geraten – genau hinter mir.

Das bedeutet, dass ich einen wild tippenden Kellner UND eine laut klappernde Kellnerin genau im Nacken hatte und die KFZler vor mir. Und dazwischen saß mein toller Freund. Der alles so hübsch arrangiert hatte und für diese Leute absolut nichts konnte. Meine Herzchen in den Augen sind geblieben, aber die anderen Menschen habe ich böse angeschaut! SO, das habt ihr nun davon, wenn ihr mir meinen Datemittwoch zerstört!

Das Essen war mega lecker! Den Koch kann man wirklich mal loben . Davon sollten sich die anderen Angestellten eine Scheibe abschneiden.

lachs

Lecker Lachs mit Kartoffelpüree und Gemüse – das stand auf der Karte natürlich viel toller – hab ich mir aber nicht gemerkt.

sauerbraten

Carsten hatte Sauerbraten

Also ich weiß ja nicht wie ihr euren Sauerbraten esst, aber ich und alle anderen die ich kenne, lassen den Fettrand auf dem Teller liegen. Unsere Teller waren leer geputzt und man hätte sie wohl direkt so wieder in den Schrank stellen können. Eben bis auf den Fettrand. Das schien dem tollen Kellner nicht zu gefallen und er fragte Carsten mit einem vorwurfsvollen Blick, ob es ihm denn nicht geschmeckt hat?! Das war echt sein bester Gag an diesem Abend!

Ich hätte gern geantwortet: „Doch, das Essen war der Knaller, aber der Rest eben nicht.“ Aber ich wurde ja höflich erzogen und habe nur an meinem Wein genippt.

Nach diesem Moment vergingen circa 38 Sekunden und wir standen vor dem Restaurant. Man muss sowas ja nicht unnötig in die Länge ziehen. Wir haben einen schönen Abend gewünscht – und es kam ein „Tschüss!“ zurück.

 

Um wenigstens noch ein paar ruhige und schöne Momente zu verbringen, haben wir uns entschlossen noch in’s Elsterartig zu gehen. Auf die ist immer Verlass! Super Essen, tolle Drinks, wunderzaubermegatolles Ambiente und vorallem nette Kellner!

Like a Boss!

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Habt noch einen vantastiquen Abend!